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Auf der Suche nach Otto von Habsburgs im Archiv für Auswärtige Angelegenheiten in Brüssel

Anfang Mai war Gergely Fejérdy, stellvertretender wissenschaftlicher Direktor unserer Stiftung, in Brüssel: er hat im Archiv des Belgischen Königlichen Außenministeriums (Archives Diplomatiques de Royaume de Belgique Ministère des Affaires étrangeres) geforscht und Quellen gesammelt. Unter den diplomatischen Dokumenten zur Geschichte der belgisch-ungarischen Beziehungen im 20. Jahrhundert entdeckte er vor allem Dokumente, die im Zusammenhang mit der Familie Habsburg stehen, zum Beispiel zu dem Namensgeber unserer Stiftung.

Auf der Suche nach Otto von Habsburgs im Archiv für Auswärtige Angelegenheiten in Brüssel

Anfang Mai war Gergely Fejérdy, stellvertretender wissenschaftlicher Direktor unserer Stiftung, in Brüssel: er hat im Archiv des Belgischen Königlichen Außenministeriums (Archives Diplomatiques de Royaume de Belgique Ministère des Affaires étrangeres) geforscht und Quellen gesammelt. Unter den diplomatischen Dokumenten zur Geschichte der belgisch-ungarischen Beziehungen im 20. Jahrhundert entdeckte er vor allem Dokumente, die im Zusammenhang mit der Familie Habsburg stehen, zum Beispiel zu dem Namensgeber unserer Stiftung.

Im Laufe meiner Recherchen fand ich Tausende von Seiten über Otto von Habsburg und seine Familie im Archiv. Die Dokumente bestätigen, dass die belgische Diplomatie die in der Schweiz verbrachten Monate von König Karl IV. (der Vater des ehemaligen Thronfolgers) und seine Versuche, nach Ungarn zurückzukehren, sowie sein anschließendes Exil auf Madeira mit großer Aufmerksamkeit verfolgte. Interessanterweise stellte sich heraus, dass der Heilige Stuhl stark auf Belgien, ein Mitglied des Botschafterrates, gezählt hatte, um das Schicksal der Familie Habsburg positiv zu beeinflussen, aber Brüssel war vorsichtig und vertritt in allen angesprochenen Fragen den französischen Standpunkt.

Einzelne Dossiers bezeugen, dass während des Aufenthalts von Otto von Habsburg in Belgien zwischen den zwei Weltkriegen, insbesondere nachdem er volljährig geworden ist, verfolgten bestimmte belgische politische Kreise seine internationalen Aktivitäten, insbesondere seinen Kampf gegen den Anschluss, mit großer Besorgnis. Bekanntlich genossen Königin Zita und ihre Kinder zwischen 1929 und 1940 die Gastfreundschaft des Königreichs Belgien, aber offizielle Kreise erwarteten von der Familie, dass sie auf öffentliche Aktivitäten verzichtete. Dieses Versprechen war für Otto von Habsburg in einem zunehmend düsteren europäischen Kontext unter der Bedrohung durch Hitler oft nur schwer einzuhalten. Mehrfach sprang die belgische Aristokratie ein, um einen wohltätigen Schatten auf die Aktivitäten des ehemaligen Thronfolgers zu werfen.

Eine besonders interessante Akte im belgischen Archiv für Ausländische Angelegenheiten befasst sich mit der Geschichte der Diplomatenpässe, die der ehemaligen königlichen Familie ausgestellt wurden. Diese in Brüssel ausgestellten Dokumente waren mehr als einmal im Visier der politischen Gegner Otto von Habsburgs, beispielsweise als die tschechoslowakische Exilregierung während des Zweiten Weltkriegs auf deren Entzug bestand.

Insgesamt werden die Ergebnisse der Recherchen im belgischen Archiv für Ausländische Angelegenheiten die Aufarbeitung des Sammlungsmaterials der Otto-von-Habsburg-Stiftung wesentlich unterstützen. Darüber hinaus tragen sie gelegentlich zu neuen Erkenntnissen über das Leben des ehemaligen Thronfolgers bei.

Man kann feststellen, dass das niederländische Gebiet, das einst unter der Herrschaft der Habsburger stand, auch im 20. Jahrhundert eine besondere Beziehung zum letzten Monarchen der österreichisch-ungarischen Monarchie und seiner Familie hatte, was die untersuchten Dokumente deutlich zeigen.

Gergely Fejérdy