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Der Gebirgsjäger und der Thronfolger – Olympische Winterspiele in Mailand

Die XXV. Olympischen Winterspiele finden vom 6. bis 22. Februar 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Am 7. Februar können sich Fans des alpinen Skisports auf die Abfahrt der Herren freuen, die zu den Favoriten von Otto von Habsburg gehörte. Obwohl er sich nie öffentlich zu den Olympischen Winterspielen äußerte, waren ihm die Welt des Skisports und der Bergsportarten keineswegs fremd.

Der Gebirgsjäger und der Thronfolger – Olympische Winterspiele in Mailand

Die XXV. Olympischen Winterspiele finden vom 6. bis 22. Februar 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Am 7. Februar können sich Fans des alpinen Skisports auf die Abfahrt der Herren freuen, die zu den Favoriten von Otto von Habsburg gehörte. Obwohl er sich nie öffentlich zu den Olympischen Winterspielen äußerte, waren ihm die Welt des Skisports und der Bergsportarten keineswegs fremd.

Für Otto hatte Sport in erster Linie symbolische Bedeutung und trug zur Gemeinschaftsbildung bei. Er befürwortete regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere bei jungen Menschen. Er betrachtete Sport als Mittel zur Charakterbildung; Skifahren und ein disziplinierter Lebensstil waren seiner Ansicht nach eine Frage der Erziehung und des Morals. Das Geheimnis eines langen Lebens führte er auf das tägliche Turnen zurück, das er mit seiner charakteristischen Präzision durchführte. Sein Programm gliederte sich in vier Hauptabschnitte: Bewegungen im Stehen, gefolgt von aktiven Übungen in Seiten-, Rücken- und Bauchlage. Das Training begann mit einem Nicken, wie beim Begrüßen, und anschließend folgte die Koordination zwischen Armen und Kopf. In Rückenlage ahmte er Fahrradbewegungen nach, in Seitenlage folgten Übungen aus der Bodengymnastik – eine Form, die auch heute noch von Preisgerichten bevorzugt wird. Die Trainingseinheit endete in Bauchlage mit Beinheben und kreisförmigen Armbewegungen.

Otto war nicht das erste Mitglied der Dynastie, das sich im Sport versuchte. Zeitgenössischen Sportchroniken zufolge übernahm Erzherzog Josephs Sohn Joseph Franz im April 1914 die Ehrenpräsidentschaft der Ungarischen Universitäts-Sportclubs und wurde damit zu einem der frühen Förderer des Breitensports. Die Familie zeigte eine besondere Vorliebe für Reitpolo und Rasentennis, also Tennis auf Rasenplätzen, dessen renommiertester Austragungsort seit 1877 Wimbledon in London (All England Lawn Tennis and Croquet Club) ist, das oft als „Heiligtum” des Tennis bezeichnet wird. Karl I. hingegen widmete sich besonders der Jagd, einer Leidenschaft, die auch Franz Joseph teilte. Er glaubte, dass die Jagd der einzige Sport sei, der die Aufmerksamkeit eines Menschen vollständig in Anspruch nehmen und alle schädlichen Leidenschaften unterdrücken könne.

Im Jahr 1930, als Otto volljährig wurde, trafen zahlreiche Geschenke zu Ehren des Thronfolgers ein. Darunter befand sich ein besonders wertvolles und einzigartiges Fotoalbum. Das Album (HOAL 15B 15-5), das Otto von Oberstleutnant Georg Bilgeri überreicht wurde, enthält Fotografien, die den alpinen Skisport aus der Zeit zwischen 1910 und 1928 zeigen. Georg Bilgeri kann sowohl als Pionier des alpinen Skisports als auch als Vater des Militärskisports angesehen werden. Seine Innovation bestand darin, die niederösterreichische Technik mit norwegischen Methoden zu kombinieren und eine neue Technik im Zusammenhang mit der Skiausrüstung zu entwickeln, die er nach sich selbst benannte. Die sogenannte Bilgeri-Bindung wurde später als Untertyp der Lilienfeld-Bindung (Stahlplattenbindung) anerkannt. Bilgeri spielte auch eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Schneepflugschwungs und der Zweistocktechnik. Ersterer wurde in Einführungskursen verwendet, um die Gewichtsverteilung zwischen dem äußeren und dem inneren Ski zu vermitteln. In seinem Trainingssystem verwendete Bilgeri eine Stockanordnung, die aus zwei Stöcken für den Aufstieg und einem für die Abfahrt bestand; der Stock konnte in zwei Teile getrennt werden. Während der Benutzung wurden die Arme gebeugt, während die Füße schulterbreit auseinander positioniert wurden.

1905 organisierte Bilgeri den ersten militärischen Skiwettbewerb in Kitzbühel. Zwischen 1906 und 1910 war er Leiter der Skiwerkstatt des 14. Armeekorps in Salzburg. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete er als hochqualifizierter Skilehrer und Bergsteiger in der Gebirgskriegsausbildung, vor allem in den Dolomiten innerhalb der 10. Armee. Zu den von ihm Ausgebildeten gehörte auch der später bekannte Regisseur und Schriftsteller Luis Trenker. Nach dem Krieg setzte Bilgeri seine Lehrtätigkeit fort; auf Einladung des ungarischen Verteidigungsministeriums bildete er vom 11. bis 20. Januar 1932 Soldaten in Mátraháza aus. Ende Dezember 1934 erhielt er eine weitere Einladung, konnte diese jedoch nicht annehmen, da er am 4. Dezember 1934 in Innsbruck in einer Lawine ums Leben kam. In Anerkennung seines Lebenswerks und seiner Leistungen sind Straßen in Wien, Bregenz, Hörbranz, Innsbruck und Mariazell nach ihm benannt.

Ádám Suslik