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Was macht einen christlichen Politiker glaubwürdig? – Konferenz in Fehérvárcsurgó

Die József-Károlyi-Stiftung organisierte eine internationale Konferenz mit dem Titel „Europäische Integration und religiöse Identitäten“.

Was macht einen christlichen Politiker glaubwürdig? – Konferenz in Fehérvárcsurgó

Die József-Károlyi-Stiftung organisierte eine internationale Konferenz mit dem Titel „Europäische Integration und religiöse Identitäten“.

Die nach Graf József Károlyi benannte Stiftung – die enge Beziehung zu Otto von Habsburg und dessen Familie unterhielt – veranstaltet seit dem Jahr 2000 jährlich internationale Konferenzen zu aktuellen Themen des öffentlichen Lebens. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf den Fragen der Integration und der religiösen Identitäten.

Die Veranstaltung wurde von György Károlyi, dem Enkel von József Károlyi und Kuratoriumsmitglied der Otto-von-Habsburg-Stiftung, eröffnet. In seiner Ansprache betonte er, dass Europa zu einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft werde, in der die Untersuchung der Rolle der Religion besonders wichtig sei. Er wies zudem darauf hin, dass die von den Gründervätern und engagierten Befürwortern der europäischen Einheit – darunter auch unser Namensgeber – formulierten und umgesetzten Ideen auch heute noch als Leitlinien dienen können.

Die geladenen Referenten untersuchten die an den frühen Phasen der Integration beteiligten Politiker, die unterschiedlichen Entwicklungswege und öffentlichen Rollen der Christdemokratie sowie die Themen Säkularisierung und religiöser Pluralismus im europäischen Kontext. Mehrere international renommierte Wissenschaftler, die mit unserer Stiftung verbunden sind, nahmen an dem Programm teil, darunter Professor Steven van Hecke, der bei der Organisation einer Konferenz über Otto von Habsburg in Leuven wertvolle Unterstützung leistete; Luigi Gianniti, Vorstandsmitglied der Alcide-De-Gasperi-Stiftung; Frank-Lothar Kroll, Professor an der Technischen Universität Chemnitz; sowie Gergely Rosta, Professor an der Pázmány-Péter-Universität und der Universität Münster.

Gergely Fejérdy, unser stellvertretender wissenschaftlicher Direktor, hielt einen Vortrag über das auch heute aktuelle Erbe von Otto von Habsburg und moderierte zudem eine der Podiumsdiskussionen. Neben der Darstellung seiner Biografie hob er hervor, dass der ehemalige Thronfolger zwar ein überzeugter Katholik war, seine religiösen Überzeugungen jedoch nicht in den Vordergrund stellte oder „als Etikett benutzte“, sondern vielmehr an die Kraft des persönlichen Zeugnisses glaubte. Er betonte, dass unser Namensgeber ein auf christlichen kulturellen Wurzeln aufgebautes Europa sowie den interkonfessionellen und interreligiösen Dialog als grundlegend betrachtete. Sein öffentliches Wirken war von seiner Opposition gegen Nationalsozialismus und Kommunismus geprägt, wobei er Kraft, Mut und Hoffnung vor allem aus seinem Glauben schöpfte. Auch das Subsidiaritätsprinzip spielte in seinem Denken eine zentrale Rolle und sicherte ihm ein dezentrales, wertebasiertes Funktionieren der europäischen Zusammenarbeit. Abschließend zitierte er die Worte Otto von Habsburgs, der an den Tod seines Vaters erinnerte: „Gott erwartet von den Menschen keine Siegesberichte. Er schenkt den Erfolg. Von uns erwartet er nur, dass wir unser Bestes geben.“

Die Vorträge werden noch in diesem Jahr vom Verlag L’Harmattan veröffentlicht, wodurch die in Fehérvárcsurgó formulierten Ideen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.