Otto von Habsburg in den Vereinigten Staaten, um 1963
Anlässlich des 80. Jahrestags der Gründung der Vereinten Nationen hat das Forschungsinstitut für Geschichte des Zentrums für Geisteswissenschaften an der Eötvös-Loránd-Universität (Ungarischen Akademie der Wissenschaften) in Zusammenarbeit mit dem Komitee für Nationales Gedenken einen umfangreichen Sammelband veröffentlicht, der verschiedene Aspekte der internationalen Organisation untersucht, die auch aus ungarischer Sicht relevant sind. Der Band mit dem Titel „Ungarn bei den Vereinten Nationen: Diplomatie, Menschenrechte, Präsenz. Studien Ungarns und der Forschungsgruppe Vereinten Nationen, 2025“ (Hrsg. Lídia Balogh, Pál Germuska, Gusztáv D. Kecskés) erschien im Dezember 2025 und enthält einen Beitrag von Gergely Fejérdy mit dem Titel „Otto von Habsburg und die ungarische Sache bei den Vereinten Nationen“.
Die Studie zeigt, dass der Namensgeber unserer Stiftung den Vereinten Nationen von Anfang an skeptisch gegenüberstand, da er es nicht für sicher hielt, dass die Organisation in der Lage sein würde, die sich selbst gesetzten Ziele zu erreichen. Dennoch kam er im Herbst 1956 zu dem Schluss, dass die Vereinten Nationen aus Sicht der Förderung der ungarischen Revolution das am besten geeignetes internationales Forum darstellen könnten. Er ergriff daher die Initiative, die ungarische Frage auf die Tagesordnung der Organisation zu setzen. Die Machtlosigkeit des Weltgremiums führte bald zu Enttäuschung, doch zwischen 1956 und 1963 setzte Otto von Habsburg seine Bemühungen fort, die Sache der ungarischen Revolution am Leben zu erhalten, vor allem mit Hilfe der halboffiziellen ungarischen diplomatischen Vertretung in Madrid. Der Aufsatz stützt sich weitgehend auf bisher unbekannte Dokumente aus dem persönlichen Nachlass von Otto von Habsburg und bietet neue Perspektiven, die die historische Forschung zu dieser Zeit bereichern.