Das diesjährige Programm präsentierte die ungarische Kultur in ihrer ganzen Vielfalt. Bei der Eröffnungsveranstaltung im Marin-Držić-Theater bot die unserem Namensgeber gewidmete Ausstellung einen historischen Überblick über die ungarisch-kroatischen Beziehungen.
Die Herrschaft der ungarischen Krone über den Stadtstaat Ragusa endete vor 500 Jahren nach der Schlacht bei Mohács. Jahrhunderte später wurde das Gebiet infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses von 1815 erneut Teil der Donaumonarchie und blieb es bis 1918. Die mitteleuropäischen Verbindungen der Mittelmeerstadt haben auch eine sakrale Dimension: Im örtlichen Dominikanerkloster wird eine Kopfreliquie des heiligen Stephan aufbewahrt. Der 1. Oktober markiert jedoch einen tragischen Jahrestag im kollektiven Gedächtnis Dubrovniks: An diesem Tag begann vor 35 Jahren der Angriff der jugoslawischen Armee auf die Stadt.
Professorin Katja Bakija, ungarische Honorarkonsulin in Dubrovnik, und Marko Potrebica, Präsident des Stadtrats von Dubrovnik, begrüßten die Anwesenden. Anschließend erläuterte Gábor Csaba, stellvertretender Staatssekretär für Kulturdiplomatie im Außenministerium, Ungarns kulturdiplomatischen Ansatz. Gergely Prőhle, Direktor unserer Stiftung, sprach darüber, dass das Erbe der Vergangenheit erst dann seinen wahren Wert entfaltet und sichtbar wird, wenn es zum Handeln anregt. Er erinnerte an die Solidarität Otto von Habsburgs mit Dubrovnik, als die Stadt 1991 während der Jugoslawienkriege angegriffen wurde, sowie an sein anschließendes Engagement für den Wiederaufbau der Stadt und eine rasche europäische Integration Kroatiens.
Unsere Stiftung stellte ihre Arbeit in Kroatien erstmals im Herbst 2022 im Liszt-Institut in Zagreb vor. Zur Vorbereitung dieser Veranstaltung trugen wir zahlreiche Dokumente und Fotografien zusammen, die von Otto von Habsburgs Engagement für Kroatien zeugen. Besonders denkwürdig war die Veranstaltung auch deshalb, weil mehrere unserer Gäste unseren Namensgeber noch persönlich gekannt hatten. Seitdem war die Ausstellung auch in Osijek zu sehen; Dubrovnik ist nun die dritte Station ihrer Reise durch Kroatien.
Neben Einheimischen sind in den Straßen Dubrovniks auch im Frühherbst zahlreiche Touristen unterwegs, darunter Fans von Game of Thrones, die die bekannten Drehorte der Serie mit eigenen Augen sehen möchten. Wie ein Besucher unserer Ausstellung treffend bemerkte, dürfte es für sie eine Überraschung sein, dass an eben jenen Orten, die sie vom Bildschirm kennen, einst auch reale Dynastien Geschichte schrieben.
Wir danken Anna Mladenovics, der Direktorin des Liszt-Instituts in Zagreb, und ihren Kollegen herzlich für die hervorragende Organisation!

















