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Ein Denkmal für Kaiser und König Karl in Debrecen

Ein Festsaal an der Universität Debrecen wurde nach dem letzten Kaiser von Österreich und König von Ungarn benannt.

Ein Denkmal für Kaiser und König Karl in Debrecen

Ein Festsaal an der Universität Debrecen wurde nach dem letzten Kaiser von Österreich und König von Ungarn benannt.

König Karl und seine Gattin weihten am 23. Oktober 1918 die Ungarische Königliche Universität Debrecen ein. Zum Gedenken an dieses Ereignis trägt der Festsaal im Präsidialbüro des Verwaltungsgebäudes des Klinischen Zentrums der Universität Debrecen seit dem 27. April 2026 den Namen des Monarchen.

Bei der Feier begrüßte der Präsident des Klinischen Zentrums der Universität die Vertreter der Einrichtung, der Stadt und der Reformierten Kirche. Zoltán Szabó erinnerte an den Oktobertag vor 108 Jahren, als sich die ganze Stadt versammelte, um das Königspaar zu begrüßen. In seiner Ansprache zitierte er die Antwort Karls IV. auf die Grußworte der örtlichen Würdenträger: „Es ist unser inniger Wunsch, dass mit Gottes Hilfe die hoffentlich bevorstehenden friedlichen Zeiten, die rasche Fertigstellung der Universitätsgebäude ermöglichen, damit die neue Einrichtung, die auf den jahrhundertealten Traditionen des Debrecener Kollegiums gründet, ihre große Mission in vollem Umfang erfüllen kann und nicht nur als Zentrum für die Förderung der ungarischen Nationalkultur dient, sondern auch als treibende Kraft für das weitere Gedeihen der Stadt Debrecen.

Darauf folgten Ausführungen von Rektor Zoltán Szilvássy. Als Leiter der gemessen an der Studentenzahl größten Universität Ungarns betonte er die anhaltende Bedeutung der reformierten Traditionen, die das Bildungs- und Kulturleben von Debrecen – oft als das „calvinistische Rom“ bezeichnet – seit Jahrhunderten prägen. Kanzler Zoltán Bács wandte sich in ähnlichem Sinne an das Publikum.

Als Vertreterin der Familie Habsburg hielt auch Erzherzogin Eilika Habsburg-Lothringen, Ehefrau von Georg Habsburg-Lothringen, dem ungarischen Botschafter in Madrid, eine Ansprache. Sie merkte an, dass es symbolisch sei, dass Karl IV. als souveräner Monarch seinen letzten öffentlichen Auftritt in Ungarn bei der Einweihung einer Universität hatte – einer Institution, die die Idee der universitas als Zentrum umfassenden Wissens, rationalen Denkens und friedlicher Entwicklung verkörpert. Sie teilte auch persönliche Gedanken mit und erinnerte daran, dass sie nach ihrem Umzug nach Ungarn mehrere Wochen in Debrecen verbracht habe, um sich in die ungarische Sprache zu vertiefen.

In ihrer Rede hob Renate Seib, stellvertretende Direktorin des Österreichischen Kulturforums, die vorbildlichen Beziehungen zwischen Ungarn und Österreich hervor, die in einer gemeinsamen, mehrere Jahrhunderte umspannenden Geschichte verwurzelt sind.

Die Feier endete mit der Enthüllung eines Reliefs, das den seligen Kaiser und König Karl darstellt und vom Bildhauer Richárd Juha geschaffen wurde. Das Kunstwerk wurde von der Universitätsleitung gemeinsam mit Erzherzogin Eilika eingeweiht und – als Zeichen des protestantischen Charakters der Stadt – vom calvinistischen Pastor Pál Ferenczi gesegnet.

 

Fotos und Videos: Universität Debrecen